Selbst gebaute Holzkiste

Würmer als Haustiere?

Die meisten Menschen ekeln sich vor Würmern. Dabei sind sie faszinierende, saubere und harmlose Tiere, die über wahre Superkräfte verfügen. Denn sie machen aus Pflanzenabfällen die beste Erde, die man sich für seine Balkonkästen oder Beete vorstellen kann. Dabei entstehen kein Schmutz und kein Gestank. Den fleißigen Helfern beim Vertilgen des Biomülls zuzusehen, macht auch noch richtig Spaß. Wer sein Ohr an

Befüllter Korb mit Bioabfall

eine Wurmkiste hält, kann die faszinierenden Gesellen zufrieden Schmatzen hören – denn sie haben keine Zähne und beißen nicht, sondern saugen genüsslich Pflanzenreste auf und scheiden feinste Krümelerde wieder aus. In dieser Krümelerde sind organische (Pflanzenreste) und miner

alische (z.B. Ton) Stoffe miteinander gemischt. Diese Ton-Humus-Komplexe sind unglaublich wertvoll für den Gärtner. Denn sie können Nährstoffe binden und abgeben, und wirken damit als Puffer gegen zu viel und zu wenig Düngung. Die Krümelstruktur des Wurmhumus bewirkt, dass der Boden gut durchlüftet ist und genau die

Würmer bei der Umsetzung von Bioabfall zu Humus

richtige Menge Wasser halten kann. Zudem sind diese Krümel sehr stabil, so dass die Erde eine gute Struktur aufweist, in der Pflanzen besonders gut Wurzeln schlagen können. Mit Würmern kann man also seinen Biomüll abbauen und gewinnt die beste Erde, die man sich wünschen kann.

Was ist ein Wurm-Cafe?

Fertiger Wurmhumus

Einfach gesagt – ein Kompost für den Balkon oder auch für die Küche. Hier kommt fast alles rein, was bisher im Biomüll gelandet ist: Kleingeschnittenes Grünzeug, Laub, Fruchtreste, Teebeutel, Schalen, Blätter (keine Nussblätter), Eierschalen, Kaffeesatz (maximal ein Drittel des täglichen Futters), Pflanzenrückstände, Gemüse und vor allem (Zeitungs-)Papier und Pappe (ohne Beschichtung) sind besonders wichtig und sollten etwa 20 Prozent des Futters ausmachen. Die Würmer brauchen die Fasern, die darin enthalten sind. Würmer haben keine Lunge und atmen durch die Haut. Deshalb muss sie immer feucht bleiben. Nass mögen sie es nicht. Würmer brauchen Sauerstoff. Deshalb muss in der Wurmkiste Luft zirkulieren können. Sie mögen es dunkel und meiden das Licht. Lichtdurchlässige Materialien sind für eine Wurmkiste deshalb ungeeignet. In einer Wurmkiste (nach Schreberju-gendart) kann man den Bioabfall von zwei Personen kompostieren und erhält im besten Fall 10-15Kg feinste Erde (Wurmhumus) pro Jahr.

Was du brauchst:

Holzkiste mit Deckel (z.B. 40 x 60cm Innenmaß)
Kompostwürmer, z.B. aus dem Anglerbedarf
Etwas Substrat (aus dem eigenen Kompost zum Beispiel), damit die Würmer zum Start einen Lebensraum vorfinden.
Zwei durchlöcherte Behälter (aus Kunststoff), die in die Kiste passen (möglichst bündig, und auch in der Höhe passend (in unserem Beispiel zweimal 40 x 30cm)
Luftdurchlässige Folie, um die Luftlöcher zu verschließen (zum Beispiel Unkrautfolie aus dem Baumarkt)
Leinöl und Pinsel, falls die Kiste aus unbehandeltem Holz ist (sie muss wasserabweisend gemacht werden, weil es Innen feucht wird)
Pinsel
Bohrer mit 10er Aufsatz, um die Luftlöcher zu machen

So gehts:

Wenn die Holzkiste unbehandelt ist, dann öle sie von Innen und von Außen, damit keine Feuchtigkeiet ins Holz kommt und kein Schimmel entstehen kann. Stell zwei passende, gelochte Boxen in die Holzkiste
Füll die erste Box zu einem Drittel mit Würmern, Erde und Bioabfällen
Die oberste Schicht sollte feuchtes Zeitungspapier oder Karton sein. Dadurch ist der Inhalt vor Fliegenbefall geschützt und die Feuchtigkeit wird in der Kiste gehalten
Sobald die erste Box voll ist, füll die zweite Box
Die Würmer bewegen sich von einer Box in die andere, wenn sie dort mehr Nahrung finden
Sobald alle Würmer „umgezogen“ sind, kannst du den Wurmhumus aus der ersten Box ernten
Achte darauf, dass die inneren Boxen Löcher haben, so dass sich die Würmer von Box zu Box bewegen können
Achte darauf, dass Luft durch und in der Kiste zirkulieren kann.