Wusstest du…
…dass ein Fingerhut voll Boden rund 100.000 Algen, 400.000 Pilze und 600.000 Bakterien enthält?
…dass alle Lebewesen zusammen, die im Boden von der Größe eines Fussballfeldes leben, etwa 2.500 bis 12.500 Kilo wiegen? Das ist so viel, wie 4 bis 20 Kühe wiegen!
…dass die Regenwürmer, die auf einer Fläche von 1m mal 1m leben, 12Kilo Erde pro Jahr umgraben?
… dass in Deutschland jeden Tag etwa soviel Boden unter Asphalt, Teer und Häusern verschwindet, wie 60 Fussballfelder?
… dass fast alle Lebensmittel die wir essen, davon abhängen, dass Landwirte Böden beackern?

… dass es etwa 300 bis 1000 Jahre dauert, bis ein Zentimeter Boden entsteht?

Warum
Boden ist etwas ganz Besonderes. Er gehört zu den sogenannten Umweltmedien. Das bedeutet, man kann ihn, so wie Wasser und Luft, nicht vermehren. Deshalb muss er für alle Menschen da sein. So steht es sogar in unserer Verfassung. Aus diesem Grund muss jeder Mensch in Deutschland, der Boden besitzt, so damit umgehen, dass der Boden nicht zerstört wird. An diesen Regelungen sieht man, wie wichtig Boden für unsere Gesellschaft ist. Trotzdem ist der Boden sehr gefährdet, weil wir Menschen ihn intensiv nutzen und er sehr empfindlich ist. Zum Beispiel wird er leicht durch Wind fortgeweht oder durch Wasser weggewaschen, wenn auf ihm keine Pflanzen wachsen, die ihn mit ihren Wurzeln festhalten.

Info
Experten beschreiben den Boden so: Er ist die oberste, belebte und mit Wasser und Luft gefüllte Verwitterungsschicht der Erdkruste. Er besteht normalerweise zu etwa 45 Prozent aus mineralischen Teilchen, die aus Stein entstanden sind und zur Hälfte aus Luft und Wasser. Die restlichen fünf Prozent sind lebende und abgestorbene Pflanzen und Tiere. Sie sind entscheidend dafür, ob man auf dem Boden Pflanzen anbauen kann oder nicht, also ob der Boden „lebt“. Wenn ein Boden gesund ist, dann ist richtig was los: Unzählige Mikroorganismen, Pilze, Algen und Einzeller, Faden- und Borstenwürmer, Springschwänze und Milben leben hier. Sehen tun wir nur die größeren Tiere, wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler und Käfer und ab und zu einen Maulwurf oder eine Maus.

Bei jedem Einkauf im Supermarkt entscheiden wir darüber, wie Böden behandelt werden. Und das auf der ganzen Welt: denn nur einen Teil der Bodenflächen brauchen wir für Lebensmittel. Ein großer Teil wird auch für die Herstellung von Produkten, wie Baumwolle für Kleidung, oder Holz für Papier und Möbel genutzt. Deshalb lohnt es sich, Bio und regionale Lebensmittel zu kaufen, die gerade bei uns reif sind und bei Möbeln, Papier oder Kleidung darauf zu achten, dass die Rohstoffe umweltschonend produziert wurden. Hier hilft zum Beispiel der Blaue Engel, als Zeichen auf Produkten. Und manchmal hilft es auch, nichts zu kaufen und Dinge länger zu nutzen, oder zu reparieren. Damit Maulwurf, Regenwurm und Co auch weiterhin ein Plätzchen zum Leben haben. Denn wo es kreucht und fleucht, ist der Boden gesund und fruchtbar.

Schlämmprobe
Boden besteht aus unterschiedlich großen Teilchen. Die kleinsten sind die Tonteilchen. Sie kannst du mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Wenn es von ihnen sehr viele im Boden gibt, dann ist der Boden „schwer“. Das bedeutet, dass du ihn nur schwer umgraben kannst. Die Tiere und die Wurzeln der Pflanzen haben es auch schwer, sich im Boden zu bewegen. Deswegen sind Tonböden nicht so fruchtbar und werden leicht matschig.
Die größten Bodenteilchen sind die Sandkörner. Sie kannst du mit bloßem Auge erkennen. Es sind im Prinzip ganz kleine, abgeschliffene Steinchen, die bis zu zwei Millimeter groß sind. Gibt es von ihnen sehr viele, dann wird der Boden „leicht“. Du kannst ihn zwar sehr leicht bearbeiten, was schön ist, aber dafür fließt das Wasser schnell hindurch und auch die Stoffe, die die Pflanzen zum Leben brauchen, werden schnell weggewaschen. Deswegen sind auch diese Böden nicht so fruchtbar.
Am besten sind Lehmböden, in denen alle Teilchengrößen gleichmäßig verteilt sind. Dazu gehören auch die Schluffteilchen, die kleiner als Sand, aber größer als Ton sind. Gibt es von jedem dieser Teilchen etwa ein Drittel im Boden, dann hast du Glück gehabt. Der Boden ist fruchtbar und du kannst ihn leicht bearbeiten!
Prüf doch mal selbst nach, was für einen Boden du im Garten hast, das ist ganz einfach!

Du brauchst:
Eine frische Bodenprobe und ein Glas oder eine Flasche mit Schraubdeckel (möglichst schlank und gerade, ca. 300-500 ml)
Leitungswasser
Esslöffel
Kochsalz (NaCl) und 1 Teelöffel

So gehts:
1. Für jede Bodenprobe ein Schraubglas bereitstellen und den Deckel abschrauben.
2. Jedes Schraubglas zu etwa einem Viertel mit der Bodenprobe befüllen. Benutze dazu den Esslöffel!
3. Danach bis etwa 1 cm unter den oberen Rand des Schraubglases Wasser zugießen.
4. Das Glas fest mit dem Schraubdeckel verschließen und mehrmals kräftig durchschütteln, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind.
5. Das gefüllte Schraubglas auf einer festen Unterlage abstellen und genau beobachten, was passiert.
Erweiterung:

Gib zusätzlich noch einen Teelöffel Kochsalz in das mit Boden und Wasser befüllte Schraubglas. Dann wieder fest zuschrauben und schütteln. Vergleiche deine Beobachtungen mit dem ersten Versuch!
Beobachte das Glas nach einem Tag erneut, hat sich jetzt die ganze Erde abgesetzt? Ist eine Schicht dicker geworden? Was für einen Boden hast du entdeckt?
Sieh dir die Schichten genau an, mal sie auf ein Blatt Papier und versuche sie zu beschriften:
(klares Wasser, trübes Wasser, Steine, Sand, Schluff, Ton, Pflanzenreste, Humus, …)