Seit einigen Jahren erobert ein Trend die Städte, der darin besteht, dass sich Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsstufen und Herkunft gemeinsam öffentliche, brachliegende Orte aneignen, um dort zu Gärtnern. Dieser Trend ist nicht neu: denn bereits seit 150 Jahren finden sich Menschen zusammen, um mitten in der Stadt eine Parzelle zu bewirtschaften und ihr eigenes Gemüse anzubauen – Die Kleingärtner. Es gibt in Deutschland rund eine Million Kleingärten, die von etwa fünf Millionen Menschen genutzt werden. Insgesamt bewirtschaften deutsche Kleingärtner eine Fläche von etwa 46.000 Hektar, was beinahe dem doppelten des Gebiets des Nationalparks Harz entspricht. Das Prinzip von Urban gardening und Kleingärten ist dabei das gleiche: Bürger nutzen städtische Flächen, oder legen in Hinterhöfen Hochbeete an, um Lebensmittel für den eigenen Bedarf anzubauen.

Wir haben eine einfache und günstige Methode entwickelt, um ein eigenes Hochbeet für weniger als 100 Euro zu bauen. Diese oder ähnliche Lösungen finden sich bereits in vielen Kleingärten und Urban gardening-Projekten.

Das eigene Hochbeet ist etwa einen Quadratmeter groß, in einer Stunde aufgebaut und befüllt, und jederzeit leicht wieder abzubauen, wenns mal schnell gehen muss. Was ihr an Material braucht, bekommt ihr problemlos im Baumarkt.

Viel Spaß beim selbst machen!

Was du brauchst:

3-4 sogenannte Aufsetzrahmen (das sind faltbare Holzrahmen, die du im Baumarkt bekommst. Ein Rahmen kostet 10-15 Euro. Diese Rahmen lassen sich aufklappen und einfach aufeinander setzen. Sie haben genau das Maß einer Europalette)

Eine alte Palette, wenn du das Beet auf einem versieglten Boden aufbauen willst. Sonst kannst du es einfach auf dem Boden aufbauen, ganz ohne Palette.

Etwa 200Liter Material pro Rahmen, den du nutzt. Bei drei Rahmen sind das 600 Liter Erde.

Etwas Pflanzenöl, um das Beet wasserfest zu machen (noch besser ist Leinölfirnis, die gibts im Baumarkt)

Befüllen:
Hochbeete funktionieren so: Es werden mehrere Schichten von grobem Material (unten) bis feinem Material (oben) übereinandergeschichtet. Überschüssiges Wasser muss abfließen können. Das grobe Material in der mittleren Schicht zersetzt sich langsam. Dabei entsteht Wärme (Fußbodenheizung). In der feinen Erde ganz oben können die Pflanzen gut wachsen. Die Schichten sollten 20 bis 30cm stark sein und gut festgetreten werden, damit sie nicht absacken.
Dein Beet solltest du so aufstellen, dass genug Sonne darauf scheint, also nicht nach Norden ausgerichtet, oder unter schattigen Bäumen.

Hochbeet-Handreichung zum Download: SchrJ_Handreichungen_Hochbeet_2.Aufl_hrz-compressed