Hummeln, Bienen, Falter und Co

Familienministerin Frau Dr. Giffey mit einem Insektenhotel der Schreberjugend

Wenn das Frühjahr kommt, geht auch das große Krabbeln und Fliegen wieder los. Wo kommen die ganzen Insekten eigentlich jedes Jahr wieder her? Wer sticht und wer nicht? Gibt es gute und böse Insekten?
Wenn man draußen unterwegs ist, stellt man sich diese Fragen. Meistens sind uns Insekten unangenehm, weil wir das Summen nicht mögen oder Angst haben, gestochen zu werden. Dabei stechen uns die meisten Insekten gar nicht. Viele, wie zum Beispiel die Florfliege, die aussieht wie eine kleine Wespe und schweben kann wie eine Libelle, haben gar keinen Stachel.

Warum?

Insekten sind sehr wichtig für die Pflanzen. Fast alle Pflanzen brauchen Insekten, die sie bestäuben, um sich vermehren zu können. Das bedeutet, dass es ohne Insekten nur noch sehr wenige Pflanzen auf der Erde geben würde.
Wir sollten uns also um Insekten kümmern und dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Zu einer schönen Blumenwiese gehört es außerdem einfach, dass es dort brummt und summt. Und für Gärtner sind viele dieser Insekten auch noch sehr nützlich, weil sie Schädlinge wie zum Beispiel Blattläuse fressen. Marienkäfer und ihre Larven tun das zum Beispiel.

Bienen haben es schwer

Monokulturen (wenn Landwirte nur eine einzige Pflanzenart auf einer riesigen Fläche anbauen), Gifte, Parasiten und Krankheiten – das sind nur drei der Ursachen dafür, dass es immer weniger Bienen und auch immer weniger andere Insekten gibt. Forscher haben herausgefunden, dass in den letzten etwa 30 Jahren die Zahl der Insekten in Deutschland um drei Viertel zurückgegangen ist. Das ist unglaublich viel. Fest steht, dass wir Menschen am Bienensterben schuld sind. Also müssen wir einiges ändern, damit sich Bienen und andere Insekten wieder in unseren Landschaften wohlfühlen.

Hilfe für die Helfer

Wie können wir Bienen, Hummeln und Faltern helfen? Zum Beispiel können wir ihnen eine schöne Behausung bauen, damit sie sich bei uns im Garten wohlfühlen und wir können Pflanzen im Garten haben, die die Insekten mögen. Bei Pflanzen, die Bienen mögen ist es leicht. Wähle Pflanzen, die bei uns heimisch sind und solche, die keine gefüllten Blüten haben. Kräuter sind sehr gut geeignet und alles, was man auch auf der Wiese findet, wie Kornblumen, Sonnenblumen, Stockrosen, Nachtkerzen, Malven, Salbei, Akelei, Mohn oder Winden.

Bauanleitung Insektenhotel

Wichtig ist, das Insektenhotel an einem sonnigen, möglichst gegen Wind und Regen geschützten Ort und am besten in der Nähe von Kräutern, blütenreichen Pflanzen, einheimischen Sträuchern sowie Bäumen aufzustellen, damit die Bewohner genug Nahrung finden.

Wildbienen brauchen eine kleine Röhre zum Brüten. Sie sollte einen Durchmesser zwischen zwei und zehn Millimetern haben und mindestens zehnmal so tief wie breit sein (also bei zwei Millimetern Öffnung mindestens 20 Millimeter tief). Die Röhren müssen waagerecht sein, also nicht nach oben zeigen, sondern nach vorn. Zwischen den Röhren sollte mindestens ein Zentimeter Abstand sein. Es eignen sich hohle Pflanzenstängel oder angebohrtes Holz. Die hinteren Enden müssen geschlossen sein, sonst siedeln sich keine Insekten an.

So gehts:

Besorge einen Holzscheit, der noch Rinde hat, am besten aus einem sogenannten Hartholz, wie zum Beispiel Buche, Eiche, Esche oder Obstgehölzen. Diese gibt es auch oft als Brennholz zu kaufen, wenn du keinen Garten hast. Der Scheit sollte optimalerweise noch Rinde haben, es geht aber auch ohne.
Bohre mit einer Bohrmaschine und unterschiedlich großen Bohrern frontal 2-10mm große Löcher in das Holz. Den Scheit dabei nicht komplett durchbohren. Die Löcher kannst du so platzieren, wie du es am schönsten findest.
Jetzt eine Aufhängeöse oder einen Haken hinten an den Scheit nageln, so, wie das Insektenhotel später hängen soll.
Nun brauchst du noch ein kleines Dach, das du einfach aus zwei passend großen Holzplatten bauen kannst, die du von oben in den Holzscheit schraubst oder nagelst. Noch einfacher ist eine einzelne Platte, die dann aber leicht geneigt sein muss, damit das Wasser abfließen kann.

Hier gehts zur Handreichung:

SchrJ_Handreichungen_Hummel, Biene_2018_zum Druck-compressed