Stadt, Natur, Zukunft…ohne Jugend geht es nicht!

Stadt, Natur, Zukunft…ohne Jugend geht es nicht!

Gibt es ein Recht auf die grüne Stadt für alle Menschen? Wie gestaltet sich dieses aus und welche Rolle spielen dabei Beteiligungsformate für junge Menschen? Diese und weitere Fragen haben wir am 23.09.20 im Garten des InsideOut in Berlin im Rahmen der Podiumsdiskussion „Right to the (green) City – unsere Zukunft, unsere Stadt?“ versucht zu beantworten.

Wir halten fest: Der Stimme der jungen Menschen muss auch im Bezug auf Stadtentwicklungsprozesse Gehör geschenkt werden; junge Menschen sind ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft, da waren sich alle Gäste einig. Wie das vonstatten gehen soll, da scheiden sich die Geister ein wenig. Während Stefan Evers von der CDU sich vor allem auch für einen Ausbau der Jugendparlamente auf Landesebene ausspricht, argumentiert die Landschaftsplanungs-Expertin Christiane Eiselt-Sterl, dass Beteiligung auch näher am Thema stattfinden sollte, also direkt auf Planungsebene. Hierfür bräuchte es natürlich Bildungsangebote, die Kindern und Jugendlichen die Prozesse näherbringen und Entscheidungsfindung und -äußerung altersgerecht aufbereiten. Hardy Reckziegel, Bundesvorsitzender der Deutschen Schreberjugend, betonte auch noch einmal die Bedeutung der generellen Begleitung von Gesetzgebungsprozessen aus Kinder- und Jugendperspektive. Er stellte heraus, dass Instrumente wie der Jugendcheck nur dann sinnvoll sind, wenn sie auch verbindlich gemacht und auf allen Ebenen politischer Entscheidungsprozesse eingeführt werden. Dann könnten sie aber ein extrem hilfreiches Tool sein, um die Interessen der jungen Menschen ohne Wahlrecht in Gesetzgebungsprozessen angemessen zu berücksichtigen. Lilly Lindhammer, die aktuell ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Sonnenhaus der Deutschen Schreberjugend absolviert, berichtete zudem von ihren Erfahrungen mit Jugendbeteiligungsinstrumenten aus Lychen in der Uckermark. Wichtig sei ihr insbesondere, dass Jugendbeteiligung nicht nach Planung und Umsetzung eines Projektes abgeschlossen, sondern ein kontinuierlicher Prozess sei. Jugendbeteiligung kann nur funktionieren, wenn sie nicht als Projekt gedacht, sondern als Teil unser Alltags wahrgenommen wird; ansonsten frustriere sie eher und mache wenig Lust auf mehr. Auch hier stellte Hardy Reckziegel noch einmal die besondere Bedeutung der Jugendverbände für die politische Bildung und Beteiligung junger Menschen heraus. Jugendverbände seien Werkstätten der Demokratie, in denen auch im Zeltlager demokratische Prozesse und die Liebe zum Austausch und gemeinsamen Entscheiden von klein auf gelebt werden. Auch einig waren sich die Gäste im Bezug auf die grüne Stadt. Längst überholt scheinen, zumindest wenn man die Äußerungen unserer Gäste betrachtet, Zeiten, in denen das Auto oder Betonblöcke und Flächenversiegelungen als Fortschrittsmarker der Stadtentwicklung gesehen wurden. Vielmehr wurde der Wert von Stadtnatur für das Klima, die Erholung, soziale Ausgeglichenheit und Umweltbildung von allen Seiten betont. Wir können also immer noch hoffen, dass sich bezüglich der Dringlichkeit nachhaltiger Stadtentwicklung hin zu grüneren Städten zumindest perspektivisch ein breiter Konsens durch alle demokratischen Lager entwickelt.

Im Nachgang hatten wir dann noch die Möglichkeit, bei einem leckeren Snack die Diskussion Revue passieren und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Wir danken unseren tollen Gästen, dem super Team der Schreberjugend Berlin sowie den Kolleg*innen vom InsideOut für ihren jeweiligen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung von ganzem Herzen.

Die Podiumsdiskussion könnt ihr bei Interesse in voller Länge auf der Facebook-Seite des Bundesverbands der Deutschen Schreberjugend abrufen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuschauen und hoffen, dass wir euch bald schon wieder im Garten zu Gast haben; dann hoffentlich bald auch wieder physisch.

Wenn ihr mehr zum Thema „Recht auf Stadt“ und den Positionen der Jugendverbände im Bezug auf Jugendbeteiligung in Stadtplanungsprozessen und Stadtentwicklung erfahren wollt, können wir euch noch das Positionspapier „Die ökosoziale Stadt für alle jungen Menschen!“ ans Herz legen, das von der 92. Vollversammlung des DBJR im Oktober 2019 beschlossen wurde.


Die Veranstaltung am 23.09.20 stellte den Auftakt der Reihe „Talk im Garten“ dar, in der wir mit jung und alt über Jugend, Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Garten, die grüne Stadt, Nachhaltigkeit und viele weitere Themen rund um Schreberjugend und Jugendverbandsarbeit diskutieren wollen. Wenn auch euch ein Thema besonders auf den Lippen brennt und ihr findet, dass es höchste Zeit wäre dieses mal im Garten in kleiner oder großer Runde zu diskutieren, dann meldet euch gern mit einem Vorschlag bei uns. Wir freuen uns auf eure Zusendungen.

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