100. Internationaler Frauentag am 8. März

100. Internationaler Frauentag am 8. März

Der internationale Frauentag als Gedenk- und Aktionstag wird zu unterschiedlichen Daten schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts begangen. Seit 1921 aber liegt er auf dem 8. März und jährt sich damit heute zum 100. Mal an diesem Datum.

Der internationale Frauentag, mitunter auch als Frauenkampftag bekannt, ist einerseits ein Feiertag zur Erinnerung an die seit Jahrhunderten andauernden Diskriminierungen von Frauen in unserer Gesellschaft. Heute für viele junge Menschen unvorstellbar, aber noch vor etwas mehr als 100 Jahren galten Frauen in der westlich geprägten Welt quasi als Eigentum ihres Vaters oder Ehemannes. Frauen durften nicht über ihren eigenen Körper entscheiden, sich nur unter sehr strengen Bedingungen von ihrem Mann trennen, mussten um Erlaubnis fragen, um einen Beruf auszuüben, durften ihr Vermögen nicht selbst verwalten oder ein eigenes Konto eröffnen; und wählen oder gar gewählt werden durften sie schonmal gar nicht. Der 8. März ist aber andererseits auch ein Kampftag, weil die Kämpfe für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Willkür noch lange nicht gewonnen sind. Selbst in Deutschland, einem Land, das in Sachen Gleichberechtigung zum Glück nicht mehr als internationales Schlusslicht gelten kann, gibt es immer noch einen großen Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern, auch als Gender-Pay-Gap bekannt.

Frauen sind in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens unterrepräsentiert und ihnen werden immer noch hauptsächlich familiennahe Berufe oder Berufe im sozialen Bereich nahegelegt. Das drückt sich zum Beispiel auch in unserer Alltagssprache aus, in der wir einige Berufe oft auch unbewusst mit einem bestimmten Geschlecht verbinden: Arzt vs. Krankenschwester, Lehrer vs. Erzieherin, Direktor vs. Sekretärin.

Aber warum braucht es denn nun gleich einen Feiertag für Frauen? Gern hört man ja das Argument, dass spezifische Gedenktage von den Diskriminierungen und Benachteiligungen im gesamten restlichen Jahr ablenken würden, oder dass „die Frauen“ als Gruppe mit eindeutig abgrenzbaren Interessen gar nicht existieren.

Für uns sind das Scheinargumente, die vom eigentlichen Thema ablenken. Der 8. März ist für uns ein Tag, an dem auf den Berg des bereits erreichten zurückgeschaut und gleichzeitig das Gebirge der noch zu überwindenden Diskriminierungen in Angriff genommen wird. Der 8. März erinnert uns alle, egal welchem Geschlecht wir uns individuell zugehörig fühlen, Jahr für Jahr daran, dass Diskriminierungen entlang willkürlicher, historisch gewachsener Linien verlaufen und jede*n von uns treffen können. Er soll aber auch daran erinnern, dass wir solche gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten nicht einfach hinnehmen dürfen, sondern uns jeden Tag aufs Neue für eine gerechtere Welt einsetzen müssen. Der 8. März ist eine jährliche Abrechnung, ohne die die oben genannten Probleme mit Sicherheit deutlicher weniger Aufmerksamkeit bekommen würden, und deshalb wichtig für uns als Gesellschaft.

Im Land Berlin ist der 8. März übrigens bereits seit 2020 ein offizieller landesweiter Feiertag. Da das nicht nur unsere Kolleginnen aus der Bundesgeschäftsstelle in Berlin richtig finden, sprechen wir uns als Deutsche Schreberjugend ganz generell für die bundesweite Einführung des 8. März als arbeitsfreien Feiertag aus. Denn eine bundesweite Anerkennung der Anliegen der Frauenrechtsbewegung und der noch lange nicht erreichten Gleichberechtigung von Frauen in unserer Gesellschaft ist lange überfällig.

Bock auf mehr?! Hier könnt ihr weitersurfen:

Wenn ihr tiefer in das Thema Frauenrechte einsteigen wollt, dann schaut doch mal bei Terre des Femmes vorbei. Terre des Femmes ist eine Organisation, die sich in diesem Bereich global intensiv engagiert und 2021 ihren 30. Geburtstag feiert – wir sagen danke und herzlichen Glückwunsch!

Eine wirklich schön gemachte Ressource zur Geschichte der Frauen(-bewegung) in Deutschland ist auch das Digitale Deutsche Frauenarchiv. Hier könnt ihr nicht nur die Schicksale einzelner historischer Frauen nachvollziehen, sondern euch auch über Projekte aus dem Bereich Frauenrechte & Feminismus informieren und sogar Stellenanzeigen durchforsten.

Zwar schon etwas älter, aber immer noch hochaktuell ist die Ausgabe # 57 des Magazins Fluter zum Thema Geschlechter, in dem es auch einen Schwerpunkt zu Frauenrechten gibt.

Und für all diejenigen unter euch, die eher so auf Input in Form bewegter Bilder stehen, hält Arte eine interessante Videoreihe mit dem Titel „Frauenrechte und Gleichstellung im Rampenlicht“ in der Mediathek bereit. Dort könnt ihr euch mit dem Thema auseinandersetzen, bis die Augen viereckig sind.