TIPP 07.05.2020: Vegane Choklad- & Kanelbullar mit Wilder Hefe

Seit Wochen schon steht im Regal ein Glas mit wilder Hefe rum, aber ihr wisst nicht so genau, was ihr damit eigentlich anfangen sollt? Wir schon! Heute backen wir im Tagestipp vegane Kanelbullar (so heißen die berühmten schwedischen Zimtschnecken auf Schwedisch) mit eurer selbst gezüchteten Hefe; und weil es Menschen geben soll, die auf Zimt nicht so abfahren, zeigen wir euch gleich noch, wie das Rezept alternativ auch mit Kakao gelingt.

Noch einleitend ein paar Worte zur wilden Hefe: auch wenn das Hefewasser mithilfe von getrockneten Aprikosen „gebraut“ wurde, schmeckt das Endprodukt unserer Erfahrung nach nicht nach Obst. Wir können das Hefewasser daher auch für Rezepte empfehlen, mit denen keine Süßspeisen gebacken werden sollen. Aber: die wilde Hefe ist weniger triebstark als ihr industriell hergestelltes Ebenbild. Von daher unser Rat: wenn ihr das Hefewasser benutzt, lasst den Teig über Nacht gehen, auch wenn das Rezept etwas anderes sagt. Achtet nur darauf, dass das Tuch über der Schüssel währenddessen immer feucht bleibt.

Für die veganen Schnecken müsst ihr euch daher an einem Abend und dem darauf folgenden Vormittag etwas Zeit nehmen. Vom Öffnen der Vorratskammer bis zum Öffnen eurer Münder vergehen ungefähr 14 Stunden; reine Arbeitszeit sind davon ungf. 45 Minuten.

Zutaten für Tag 1:

  • 230 g Weizenmehl
  • 120 ml Hefewasser
  • 25 g Zucker
  • 25 g Rapsöl
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz

Zuerst verrührt ihr alle trockenen Zutaten mit einem Löffel in einer Schüssel (wer Zimt nicht mag, lässt den einfach weg). Achtet besonders auch beim Salz darauf, dass es gut in der Mischung verteilt ist; Hefe und Salz vertragen sich nämlich eher nicht so gut.

Im nächsten Schritt kommen die Flüssigkeiten ins Gemisch. Zuerst schüttelt ihr das Hefewasser nochmal gut durch und filtert es dann mit einem einfachen Sieb, um nicht am Ende größere Aprikosenstückchen im Teig zu haben. Danach könnt ihr einfach das gefilterte Hefewasser und das Öl in die Schüssel geben.

Jetzt geht es ans Bearbeiten des Teiges. Angefangen wird mit dem Löffel. Nachdem ihr eine einigermaßen homogene Masse hergestellt habt benutzt ihr nun die Hände um den Teig mindestens 8 Minuten lang ordentlich durchzukneten. Pro-Tipp: eine Hand knetet, die andere Hand bleibt sauber, um nicht die ganze Küche einzusauen.

Wenn der Teig kaum noch an den Händen klebt kann er mit etwas Rapsöl benetzt in eine saubere Schüssel umziehen und mit einem feuchten Tuch bedeckt bei Zimmertemperatur mindestens 12 Stunden gehen.


Hier seht ihr in einer abgefahrenen Vorher-Nachher-Montage wie der Teig nach 12 Stunden ungefähr aussehen sollte. Aber keine Sorge: das Ergebnis lässt sich auch bei erheblichem Konsum nicht 1:1 auf euren Bauch übertragen.


Zutaten für Tag 2:

  • 50 g Zucker
  • 20 ml Hafermilch (oder ein Milchersatz eurer Wahl)
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 TL Kakaopulver
  • 1 TL Zimt

Bereitet zuerst in drei kleinen Schüsseln die „Füllung“ für die Schnecken vor. In eine der Schüsseln kommt einfach das Rapsöl. Für die Kanelbullar mischt ihr 25 g Zucker mit 1 TL Zimt, für die Chokladbullar mischt ihr 25 g Zucker mit 2 TL Kakaopulver (wer nur eine Sorte machen möchte, mischt 50 g Zucker mit der jeweils doppelten Menge Zimt bzw. Kakao).

Jetzt wird der Teig ausgerollt. Am Anfang ist der Teig wahrscheinlich etwas widerspenstig, das sollte sich aber mit der Zeit legen. Der Teig ist dünn genug, wenn er ungefähr die Dicke einer Chipkarte hat. Wenn ihr sowohl Zimt- als auch Schokoschnecken backen wollt, teilt ihr den Teig danach in zwei gleich große Stücke.

Dann bestreicht ihr den Teig mit etwas Öl und berieselt ihn großzügig mit der Füllung eurer Wahl.

Im nächsten Schritt wird der Teig zu einem Paket zusammengefaltet und im Anschluss wieder dünn ausgerollt, sodass ein größeres Rechteck entsteht. Achtet darauf, den Teig diesmal nicht zu dünn auszurollen, da er euch ansonsten einreißen könnte (wie im nächsten Bild zu sehen).

Das teigige Rechteck wird nun entlang der langen Seite in dünne Streifen geschnitten. Gefühlvoll werden die Streifen dann mit den Fingern verzwirbelt wie auf dem Bild zu sehen.

Zum Schluss werden die verzwirbelten Streifen noch zu einem Häufchen aufgerollt, et voilà, eine Schnecke in Rohform. Bevor es weitergeht ruhen sich die Schnecken und du aber noch eine Stunde aus. Die Schnecken bedeckst du dazu am besten mit einem trockenen Tuch.
Jetzt ist es auch Zeit den Backofen auf 180 °C Ober- / Unterhitze vorzuheizen.

Vor dem Backen werden die Schnecken noch schnell mit einem Pinsel mit Hafermilch bestrichen. Dann geht es endlich ab in den Ofen. Nach 20 Minuten sollten die Bullar schon fertig sein. Wenn dabei hier und da die Füllung ausläuft, macht das nichts; ein bisschen Schwund ist immer!

Man kann zwar auch direkt reinbeißen, ein bisschen zu warten lohnt sich aber…und dann heißt es endlich:

Smaklig måltid!

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